Die Micarna besucht zusammen mit den Flüchtlingen des Ausbildungs- und Integrationsprojekt «Maflü» einen Schweizer Teambildungsnachmittag auf dem Gibloux (FR). Gemeinsam lernen sich Schweizer und Flüchtlinge dabei von einer ganz neuen Seite kennen; sich selbst und ihre neue Heimat.

Taler schwingen, eine Armbrust schiessen oder sich auf Skiern fortbewegen: Schweizer Aktivitäten, welche gerade Flüchtlingen völlig fremd sind. Flüchtlingen, wie die ersten 14 Teilnehmer des Maflü-Projekts der Micarna, welche aus Afghanistan und Eritrea in die Schweiz gekommen sind. Der Fleischverarbeiter der Migros-Gruppe hat zu Beginn dieses Jahres ein Ausbildungs- und Integrationsprojekt ins Leben gerufen und bietet motivierten Flüchtlingen die Möglichkeit eine Ausbildung innerhalb der Micarna zu absolvieren und sich so eine berufliche
Perspektive in der Schweiz aufzubauen. Ziel von Maflü ist, dass die Mitarbeitenden nach ihrer Ausbildung im Unternehmen bleiben. «So unterstützen wir die Integration dieser Menschen, gleichzeitig hilft es uns, dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken», erklärt Unternehmensleiter Albert Baumann.

Schokolade als Ausgangspunkt jeder Integration

Für dieses Maflü-Projekt wurde die Micarna in diesem Frühjahr mit dem Migrationspreis des Kantons Freiburg ausgezeichnet. «Mit dem Preisgeld wollten wir etwas machen, wovon auch unsere Projektteilnehmer profitieren können, etwas, das ihnen lange in Erinnerung bleiben wird», erklärt Projektleiterin Sabrina La Gioia. Am Freitagnachmittag absolvierten die 14 Maflü-Teilnehmer aus Courtepin zusammen mit Vertretern der Micarna, sowie dem Partner Caritas, einen traditionell Schweizer Ausflug. «Wir wollten nicht einfach «nur» einen Ausflug
machen, wir wollten, dass unsere Projektteilnehmer etwas erleben und dabei auch den gegenseitigen, kulturellen Austausch fordern.» Und dass ein solcher Austausch durchaus auch durch den Magen gehen kann, bewies der ersten Stopp der Integrationsreise: Bei der Besichtigung der traditionellen Schokoladenfabrik von Maison Cailler schlugen nicht nur die Herzen der Flüchtige höher, sondern auch alle «urschweizerischen» Begleitpersonen griffen gerne zu und probierten ein Stückchen Schweizer Tradition.

Dank Taler im Teller ein Heimatgefühl

Das eigentlich Ausflug-Highlight stand am Nachmittag auf dem Programm: Gemeinsam mit der Organisation «Une bonne idée.ch» wurde ein wahrer Schweizer Wettkampf auf die Beine gestellt. In kleinen Gruppen galt es dabei während mehreren Stunden die Schweizer Folklore kennenzulernen. «Da gab es auch für die Schweizer Mitglieder noch Einiges zu entdecken, wie zum Beispiel das Talerschwingen oder auch das Schiessen mit einer Armbrust.» Dabei stellten sich alle Teilnehmer überraschend geschickt an, bestätigt Sabrina La Gioia. Für die Projektleiterin war der Anlass dann auch ein voller Erfolg, nicht nur wegen den zahlreichen Aktivitäten. «Der Austausch unter einander war beeindruckend. Nicht nur unter den Projektteilnehmern, welche aus unterschiedlichen Ländern kommen, sondern auch der Austausch, beziehungsweise die Auseinandersetzung mit der Schweiz; ihrer neuen Heimat. Jeder von uns fand hier einen neuen, anderen Zugang zu unserer Schweiz.» Abgeschlossen wurde der «born to be swiss»-Anlass natürlich, wie es sich für einen echten Schweizer Folkloreabend gehört, mit einem selbstgemachten Fondue. «Ich muss sagen, unsere Projektteilnehmer haben unseren Käse-Klassiker hervorragen hinbekommen», betont Patrick Bussmann von der Caritas. Die Gemeinnützige Organisation ist seit Projektbeginn Partner der Micarna und unterstützt das Unternehmen und die Flüchtlinge bei ihrer Ausbildung. «Ich finde Maflü ein tolles Projekte. Vor allem weil sich ein Wirtschaftsunternehmen dem Thema Integration annimmt und ein solches Konzept auf die Beine stellt. Es ist toll zu sehen, was unsere Projektteilnehmer im letzten halben Jahr für eine Entwicklung durchgemacht haben.»

Zukunft der Projekts noch offen

Der erste Durchgang des Maflü-Projekts ist mit diesem schweizerischen Kennenlern-Abend beinahe abgeschlossen. 14 Flüchtlinge in Courtepin und 6 am Standort Bazenheid konnten in diesem Sommer als erste Projektteilnehmer im Rahmen des Ausbildungs- und Integrationsprojektes eine Ausbildung innerhalb der Micarna absolvieren. Begleitet von einem intensiven Sprachkurs und einer praktischen Ausbildung wurden sie auf eine mögliche Integration in den regulären Ausbildungsbetrieb vorbereitet. Zahlreiche Maflü-Teilnehmer können nach dem Projektabschluss in der Micarna bleiben und entweder eine Ausbildung absolvieren, oder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. «Wir blicken durchaus stolz auf die letzten Monate zurück», betont Albert Baumann. Als Unternehmensleiter war der 57-Jährige Initiator dieses Projekt, umso grösser ist die Freude ab den individuellen Erfolgen. «Wir haben das Projekt auf einem Stück Papier begonnen und nach intensiver Ausarbeitung eines Konzeptes und dem Austausch mit Partnern, wie der Caritas, in diesem Jahr zum ersten Mal Flüchtlingen eine solche Chance bieten können. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Motivation sie bei der Sache waren.» Ob und wann das Projekt in eine zweite Runde geht, ist aktuell noch offen. Die Ergebnisse des ersten Durchgangs werden aktuell analysiert und bis Ende Jahr ausgewertet. Klar ist, für die Flüchtlinge, die an diesem Freitagnachmittag in der Region Freiburg die Schweizer Folklore entdecken durften, hat sich die Projekt-Teilnahme gelohnt. Auch wenn sie vielleicht noch nicht ganz «born to be swiss» sind, so sind sie doch auf gutem Wege, sich in der Schweiz eine Zukunft aufzubauen.

Kurzporträt Micarna-Gruppe
Die Unternehmen der Micarna-Gruppe, welche zur M-Industrie gehören, produzieren hochwertige Fleisch-, Geflügel-, Fisch und Eiprodukte. Im Jahr 1958 im freiburgischen Courtepin als Fleischverarbeitungsbetrieb der Migros durch Gottlieb Duttweiler gegründet, umfasst die Unternehmensgruppe heute die in der Schweiz ansässigen Firmen Favorit Geflügel, Gabriel Fleury, Lüchinger + Schmid, Maurer Spezialitäten, Mérat & Cie., Micarna, Natura Fleischtrocknerei, Optisol, Rudolf Schär und Tipesca. Weiter gehören die in Deutschland angesiedelten Unternehmen Stauss Geflügel und KM Seafood zur Unternehmensgruppe. Dank modernster Produktionsanlagen und höchster Standards in den Bereichen Hygiene sowie Produkte- und Arbeitssicherheit erzielen die Unternehmen beste Qualität. Die Unternehmen setzen sich konsequent für eine artgerechte Haltung und einen stressarmen Transport der Tiere ein und stellen sicher, dass die Herkunft jedes einzelnen Produkts lückenlos rückverfolgbar ist. Das Segment Fleisch, Geflügel, Fisch und Ei der M-Industrie realisierte im Jahr 2016 mit ihren knapp 3000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 1,5 Milliarden Franken.

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Micarna – Wenn Flüchtlinge Taler schwingen