Die Micarna ermöglicht interessierten Besuchern Einblick in einen umgebauten 300 Quadratmeter-Optigal-Stall. Während eines exklusiven Rundganges informieren Fachmitarbeiter und Geflügelmäster über Herausforderungen und Möglichkeiten bezüglich nachhaltiger Geflügelproduktion und welche Chancen in Bezug auf Energieeffizienz und Tierwohl in einem solchen Projekt liegen.

Schweizer Poulet ist beliebt; sowohl bei Konsumenten als auch seitens Landwirte. Auch innerhalb der Micarna geniesst die Geflügelproduktion einen hohen Stellenwert. Dabei hält das Migros-Industrieunternehmen bei der Pouletproduktion die gesamte Wertschöpfungskette in den eigenen Händen. Das heisst, von den Elterntieren, über die Brüterei und die Mastzeit auf den Partnerbetrieben, bis zur fachmännischen Verarbeitung, läuft der gesamte Prozess unter der Verantwortung der Micarna. Eine solche Wertschöpfungskette bedingt eine spezielle Partnerschaft zu den Pouletmästern.

Umbau als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie
Aktuell arbeiten rund 500 Geflügelproduzenten mit der Micarna partnerschaftlich zusammen. Die Mehrheit davon produziert in sogenannten 300 Quadratmeter-Ställen. «Diese Ställe erfüllen nach wie vor alle gesetzlichen und übergesetzlichen Anforderungen der Micarna an die Optigal-Haltung, sind aber teilweise etwas in die Jahre gekommen», erklärt Andreas Berger, Berater Geflügelproduktion bei Micarna. Dies bedeutet, dass man gerade in Bezug auf die Energieeffizienz heute weiter entwickelt ist und neue Möglichkeiten nutzbar machen kann. «Der Micarna Geflügelmästerverband ist mit der Anfrage auf uns zugekommen, was für Entwicklungsmöglichkeiten wir für solche Stallbauten sehen. Der umgebaute Optigal-Stall in Bösingen ist unser Prototyp in diesem Bereich.» Im Rahmen eines Medienbesuches ermöglichte die Micarna interessierten Journalisten einen Einblick in einen solchen 300 Quadratmeter-Stall und zeigte anhand des Betriebes von Hugo und Susanne Käser die Möglichkeiten eines solchen Umbaus auf. «Die Mastzeit auf den Bauernhöfen machen einen wichtigen Teil der Ökobilanz der Optigal-Produktion aus», erklärt Lucien Dorthe, Energiefachmann Geflügelproduktion bei Micarna. «Dank den Massnahmen, welche bei diesem Umbau berücksichtigt wurden, konnten wir einen bedeutenden Beitrag zur Micarna-Nachhaltigkeitsstrategie leisten.»

Ein Projekt mit Weitsicht
Der Umbau der bestehenden 300 Quadratmeter-Stalls der Familie Käser fand in diesem Frühjahr statt und bedingte neben der tatkräftigen Mitarbeit der Familie auch einen Verzicht auf einen Mastumgang. «Für uns war es wichtig, dass wir diesen Schritt in die Zukunft wagen», erklärt Hugo Käser. Auch mit Blick auf die nächste Generation. «Die Ställe und die Optigal-Produktion funktionieren sehr gut. Baulich war es aber an der Zeit, dass wir einen Schritt weitergehen und unsere Halle auch für unsere Kinder lukrativ machen.» Dabei spielen sowohl Tierwohl-, als auch Energieaspekte eine grosse Rolle. So wird das Stallklima und damit das Tierwohl unter anderem durch eine neue Vernebelungsanlage im Stall deutlich verbessert; gerade bei den sommerlichen Temperaturen. «Seitens Energie gibt es zahlreiche Einzelaspekte, die in der Summe von hoher Relevanz sind. So wurde beispielsweise die Isolation rundum erneuert, die Eternitplatten wurden abgebaut und fachmännisch entsorgt, es wurden Trapezbleche eingebaut, der Boden wurde komplett erneuert und Stromlinien und die Aufhängevorrichtungen neu konzipiert», beschreibt Lucien Dorthe. «Zudem gehen wir bezüglich der Energiebilanz ganz neue Wege: Dank der Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Pelletheizung, an Stelle der herkömmlichen Ölheizung, produziert Hugo Käser heute in einer CO2-neutralen Masthalle.»

Bestehendes Potenzial nutzen
Der Umbau lohnt sich auch für den Geflügelmäster. «Dank der neuen Bodenbeschichtung, welche wir eingebaut haben, fällt das Reinigen und das Desinfizieren deutlich einfacher und wird vor allem auch gründlicher», erklärt Hugo Käser. Für den Landwirten, der den Hof zusammen mit seiner Frau Susanne führt, mit ein Grund, weshalb der Umbau für ihn lohnenswert ist. «Zudem ist die Luft im Stall besser, was den Tiere zugutekommt. Und dank der neuen Warmluftverteilung können wir die Temperatur im Stall einfacher und damit für die Tiere besser kontrollieren.» Der Prototyp in Bösingen soll dann auch nicht der einzige umgebaute 300 Quadratmeter-Stall bei Optigal bleiben. «Wir haben für unsere bestehenden Produzenten einen Tag der offenen Tür veranstaltet, damit sie sich vor Ort ein Bild über den Umbau und die Vorteile davon machen konnten. Das Interesse war riesig», freut sich Andreas Berger. Für den Berater der Geflügelproduzenten geht es nun in einem ersten Schritt um die Bedarfs- und Möglichkeitsabklärung. «Wir prüfen die Rückmeldungen der Mäster, schauen, was möglich ist, was anderes gemacht werden müsste und sind in Kontakt mit unseren Lieferanten und Projektpartner bezüglich Umbaukosten.» Denn das Ziel ist klar: Mit solchen Umbauprojekten, wie dem Beispiel des 300 Quadratmeter-Stalls in Bösingen möchte die Micarna gerade bestehende Anlagen weiter nutzen. «Wir wollen nicht alte, aber an sich gute Gebäude abreissen, um neue Ställe zu bauen», erklärt Lucien Dorthe. «Wir wollen gute, bestehende System nutzen und in die Zukunft tragen.» Ein Ansatz, den sowohl Geflügelmäster als auch Medienvertreter und Besucher überzeugt.

Kurzporträt Micarna
Die Unternehmen des Segments Fleisch, Geflügel, Fisch und Ei der M-Industrie produzieren hochwertige Fleisch-, Geflügel- und Fischprodukte. Im Jahr 1958 im freiburgischen Courtepin als Fleischverarbeitungsbetrieb der Migros durch Gottlieb Duttweiler gegründet, umfasst das Segment heute die in der Schweiz ansässigen Unternehmen Micarna, Favorit Geflügel, Gabriel Fleury, Lüchinger + Schmid, Mérat & Cie., Optisol, Rudolf Schär und Tipesca. Weiter gehören die in Deutschland angesiedelten Unternehmen KM Seafood und Stauss Geflügel zur Micarna. Dank modernster Produktionsanlagen und höchster Standards in Sachen Hygiene sowie Produkte- und Arbeitssicherheit erzielen die Unternehmen der Micarna beste Qualität. Die Unternehmen setzen sich konsequent für eine artgerechte Haltung und einen stressarmen Transport der Tiere ein und stellen sicher, dass die Herkunft jedes einzelnen Produkts lückenlos rückverfolgbar ist. Die Micarna realisierte im Jahr 2016 mit ihren knapp 3000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 1,5 Milliarden Franken.

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Micarna – Blick hinter die Kulissen eines umgebauten Optigal-Stalls
Micarna – Blick hinter die Kulissen eines umgebauten Optigal-Stalls