Wir haben eine fundierte und glaubwürdige Strategie mit konkreten Zielen und greifbarem Effekt.

Nachhaltigkeit bei der Micarna

Nachhaltigkeit bedeutet für die Micarna Gruppe, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte im unternehmerischen Alltag ausgeglichen berücksichtigt werden. Wir wollen Verantwortung wahrnehmen – gegenüber Mensch, Natur und Umwelt.

Albert Baumann

Sehr geehrte Damen und Herren


Die Micarna-Gruppe setzt sich seit vielen Jahren aus Überzeugung für eine nachhaltige Fleisch-, Geflügel-, Fisch- und Ei-Produktion ein. Dieser Verantwortung nehmen wir uns bewusst nicht erst seit den jüngsten Klima- oder Tierwohldiskussionen an. Wir verfolgen unsere umfassende Nachhaltigkeitsstrategie konsequent seit Jahren mit Transparenz und ehrlichem Engagement. Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht zeigt Erfolge, Meilensteine, aber auch Herausforderungen und neue Projekte in sozialen, umweltrelevanten und ökonomischen Bereichen auf. Mit diesem Bericht schliessen wir die erste Zieletappe von 2015 bis 2020 ab und haben uns bereits die nächsten Ziele bis 2025 für eine stetige Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen gesetzt. In den letzten fünf Jahren konnte wir bereits viel erreichen. Beispielsweise konnten wir die Flugtransporte um 43 Prozent senken und haben damit unser diesbezügliches Etappenziel deutlich übertroffen. Bei unseren Verpackungen haben wir durch eine Vielzahl an Optimierungen 281,5 Tonnen Plastik und 41,4 Tonnen Karton eingespart. Mit der Eröffnung des Elterntierparks in Siders (Geflügel), der neuen Brüterei in Avenches (Geflügel) und der Swiss Aquakulturen in Birsfelden (Fisch) haben wir Meilensteine gesetzt und eindrücklich unser Bestreben aufgezeigt, das Tierwohl entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern. Zudem haben wir den Verkauf von nachhaltigen Produkten (mit Labeln) verstärkt in den Fokus gesetzt und eine stolze Umsatzsteigerung von 22% im Vergleich zu 2011 erreicht. Der Nachhaltigkeitsbericht soll auch aufzeigen, wo wir noch nicht auf der Zielgeraden sind und welchen Herausforderungen wir uns in Zukunft stellen. Ein Schwerpunktthema und eine grosse Herausforderung bleibt weiterhin die Vollverwertung aller Teile der Tiere mit dem Ziel, Kreisläufe zu schliessen und Foodwaste zu vermindern.
Unser Nachhaltigkeitsbericht soll unser ehrliches Engagement transparent aufzeigen und ist Beweis dafür, dass Nachhaltigkeit in der Micarna keine Phrase, sondern ein essenzieller Pfeiler unserer Unternehmensphilosophie ist. Zudem beschreibt der Nachhaltigkeitsbericht 2020 auch unseren Beitrag zur Erreichung der internationalen Sustainable Development Goals (SDG); also der Ziele, welche sich die internationale Gemeinschaft für eine nachhaltige Entwicklung gesetzt hat.

Ich freue mich, Ihnen mit dem vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht eine Bestandesaufnahme unserer Interpretation und Herangehensweise zu einer nachhaltigen Fleisch-, Geflügel-, Fisch- und Eiproduktion erläutern zu können. Wir wollen weiterhin Branchenvorbild sein, Massstäbe setzen und einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Lebensmittelproduktion leisten. Damit einher geht mein Dank an alle Mitarbeitenden, die dazu beigetragen haben, die Micarna-Gruppe auch im Sinne der Nachhaltigkeit ein weiteres Stück voranzubringen – eben: «Ein gutes Stück besser».

Unterschrift

 

 

Albert Baumann
Leiter Micarna-Gruppe

Wie definiert die Micarna-Gruppe «Nachhaltigkeit»?

Nachhaltigkeit bedeutet für die Micarna Gruppe, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte im unternehmerischen Alltag ausgeglichen berücksichtigt werden. Wir wollen Verantwortung wahrnehmen – gegenüber Mensch, Natur und Umwelt.

Nachhaltigkeit

Als ein Unternehmen der Migros-Gruppe und der Migros Industrie leitet sich die Nachhaltigkeitsstrategie der Micarna aus den Nachhaltigkeitsstrategien von Migros-Gruppe und Migros Industrie ab. Im Jahre 2020 wurde die bisherige Nachhaltigkeitsstrategie der Migros Industrie entsprechend den aktuellen Anforderungen überarbeitet und noch stärker als bisher mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Migros-Gruppe verknüpft, so dass eine vollständig durchgängige gemeinsame Ausrichtung erreicht wurde. Aufgrund der fokussierten Ausrichtung auf die aktuellen Herausforderungen wurden die bisherigen 10 Aktionsfelder durch 7 Zielbereiche ersetzt.

Da unser Umsatzanteil mit Kunden ausserhalb der Migros stetig wächst, ist die Nachhaltigkeitsstrategie der Micarna auch auf die Ansprüche von Dritten ausgerichtet. Wo setzen wir die Systemgrenzen? Was sind aus Sicht der Nachhaltigkeit die relevantesten Themen? Auf welche Zielbereiche fokussieren wir uns? Und welchen Anspruchsgruppen gegenüber fühlen wir uns in der Verantwortung? Diese und weitere Fragen wurden in der Nachhaltigkeitsstrategie systematisch erörtert und beantwortet.

Nachhaltigkeit bedeutet für die Micarna Gruppe, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte im unternehmerischen Alltag ausgeglichen berücksichtigt werden. Wir wollen Verantwortung wahrnehmen – gegenüber Mensch, Natur und Umwelt. Die Micarna bezieht sich als Teil der Migros Industrie in ihrem Nachhaltigkeitsverständnis auf das klassische 3-Dimensionen-Model: 

NH-Politik

Nachhaltigkeitspolitik der Micarna-Gruppe.

In unserem Managementalltag gestalten und lenken wir soziale Systeme, um Ressourcen in Nutzen für Kunden zu transferieren und den Wert der Unternehmen zu steigern. Wir lassen uns dabei von folgenden Grundsätzen leiten:

  • Wir arbeiten täglich zusammen, um für unsere Kundschaft einen Mehrwert zu generieren. Damit wollen wir langfristig das Beste erreichen, anstatt kurzfristigen Profit anstreben. 
  • Wir fördern eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Produzenten. Wir setzen uns entsprechend ambitionierte, längerfristige Ziele und realisieren sie schrittweise und konsequent. 
  • Wir lassen uns an den Zielen messen und pflegen die Transparenz.
  • Wir streben eine kontinuierliche Verbesserung im Bereich Nachhaltigkeit an und leisten als Geschäftsfeld mit globalen Lieferketten unseren Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung.
  • Wir betreiben ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagementsystem nach ISO 14001. 
  • Wir setzen auf erneuerbare Energien sowie nachhaltig erzeugte Rohstoffe und nutzen diese Ressourcen effizient.
  • Alle Mitarbeitenden können im Rahmen ihres Arbeitsumfelds einen Beitrag leisten – und sind aufgefordert dazu – für die Wirkung unseres Managementsystems.
  • Wir halten die umweltrechtlichen Anforderungen, sowie weitere umweltrelevanten Verpflichtungen, gegenüber unseren Anspruchsgruppen ein.
Systemgrenze

Das Nachhaltigkeitsverständnis der Micarna bedingt, die Systemgrenzen weit zu ziehen. Da die Nachhaltigkeit unserer Produkte stark von vor- und nachgelagerten Prozessen beeinflusst ist und viele gegenseitige Abhängigkeiten bestehen, muss die gesamte Wertschöpfungskette im Auge behalten werden.  So nimmt die Micarna ihre Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahr: vom Anbau und der Beschaffung der Rohstoffe über die Produktion im Betrieb bis hin zum Konsum und Recycling.
 
Im Idealfall bildet eine Wertschöpfungskette einen Material- und Energiefluss mit einer vollständigen Wiederverwertung. Die Micarna strebt daher möglichst geschlossene ökologische Kreisläufe an. Die vereinfachte Wertschöpfungskette ist nach dem Kreislaufprinzip dargestellt und veranschaulicht unsere Ausrichtung in Bezug auf  Nachhaltigkeit.

Anspruchsgruppen bezeichnen alle Akteure, die in irgendeiner Form von der Wert- oder Schadschöpfung der Unternehmen betroffen sind. Die Stakeholder der Micarna Gruppe lassen sich im Grundsatz in zwei Gruppen einteilen:

  • Anspruchsgruppen, die direkt betroffen sind von unseren Geschäftsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette respektive einen direkten Einfluss darauf haben.
  • Anspruchsgruppen, die indirekt von unserer Geschäftsaktivität betroffen sind und gesellschaftlich-soziale Ansprüche an uns stellen.

 

Anspruchsgruppen

 

Wie binden wir unsere Anspruchsgruppen in unser Konzept der Nachhaltigkeit mit ein?

Das Konzept der Nachhaltigkeit verlangt eine Berücksichtigung der Bedürfnisse der Anspruchsgruppen in den drei Dimensionen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft sowohl für die heutige Bevölkerung als auch für zukünftige Generationen. Eine sinnvolle Balance bei der Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Anspruchsgruppen zu finden, die sich teilweise auch widersprechen, ist eine grosse Herausforderung. Beispielsweise erwarten die Landwirte möglichst hohe Preise und geringe kostentreibende Auflagen, derweil die Kundschaft bei möglichst hohen Nachhaltigkeitsleistungen günstige Preise wünscht. Solche divergierenden Interessen kann die Micarna nicht auflösen, aber zumindest ein gegenseitiges Verständnis schaffen.
 
Ein geeignetes Hilfsmittel zur Ermittlung der Ansprüche ist der direkte Dialog und Einbezug der Anspruchsgruppen. Beispielsweise werden in der Micarna Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, um die Zufriedenheit und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu ermitteln. Zudem können die Mitarbeitenden ihre Anliegen mit der Personalkommission beraten, welche sich zweimal jährlich mit der Geschäftsleitung trifft. Beziehungen zu Anspruchsgruppen, beispielsweise zum Lieferanten oder zum Kunden, sind idealerweise von Langfristigkeit und Stabilität geprägt – mit einem Vorteil für beide Seiten: sei es das Sicherstellen der Versorgung mit Rohstoffen oder Produkten oder die Gewährleistung von spezifischen Qualitäten. Mit Standortgemeinden und Kantonen tauscht sich die Micarna Gruppe nach Bedarf aus (an grossen Standorten mindestens jährlich) und auch zu ausgewählten NGOs besteht regelmässiger Kontakt. 

Eine zentrale Position unter den Anspruchsgruppen nehmen selbstverständlich die Konsumenten und Konsumentinnen ein. Ihre Erwartungen ändern sich fortlaufend. Dank Konsumentenbindungsprogrammen unseres Mutterhauses besteht eine gute Übersicht über die Präferenzen und Prioritäten der Konsumenten sowie deren Veränderungen. Für uns sind Portale, (online oder Telefon) über die uns Konsumenten ihre Fragen stellen und ihre Anliegen mitteilen können, extrem wichtig, um direkt zu sehen, welche Themen die Öffentlichkeit am stärksten bewegen. Auf diese Themen kann dann direkt oder mittels der verschiedenen Medienkanäle reagiert und eingegangen werden.

Dieser Nachhaltigkeitsbericht beispielsweise ist das Resultat eines aktiven Stakeholdermanagements, durch welches festgestellt wurde, dass diverse Anspruchsgruppen an unseren aktuellen Nachhaltigkeitsleistungen interessiert sind und es schätzen würden, umfassender darüber informiert zu sein. 

Unsere Nachhaltigkeitsziele

Für jedes Ziel ist innerhalb der Micarna ein Zielverantwortlicher festgelegt, und jedem Ziel liegt ein Massnahmenplan zugrunde.

Die Ziele werden - soweit sinnvoll - auf die relevanten Funktionen und Ebenen des Unternehmens in Einzelziele heruntergebrochen (z. B. in Teamziele, individuelle Ziele), um deren Umsetzung zu verankern.

Die Überprüfung im Unternehmen erfolgt mindestens zweimal pro Jahr. Wenn die Jahresziele nicht erreicht werden, definieren die Zielverantwortlichen zusammen mit dem Nachhaltigkeitsteam Korrekturmassnahmen zur Zielerreichung.
 

Unsere Zielbereiche
Um Fortschritte bei der Nachhaltigkeit innerhalb der Wertschöpfungskette zu erreichen und die Ansatzpunkte zu identifizieren, müssen die zentralen Treiber und Themen bekannt sein. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette wurden Zielbereiche definiert. Diese ersetzen die 10 Aktionsfelder der bisher gültigen Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Nachhaltigkeitsberichte der Vorjahre im Archiv). Ausgewählt wurden jene Zielbereiche, die insgesamt aufgrund ihrer Auswirkungen sowie aus Sicht der Stakeholder relevant sind und die innerhalb der Micarna Gruppe den grössten Beitrag für die Nachhaltigkeit und insbesondere für die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen (UN) zu leisten vermögen. Mehr zu unserem Beitrag zu den SDG findet sich unter Agenda 2030 – für eine nachhaltige Entwicklung.
 
Wir sind uns bewusst, dass darüber hinaus noch diverse andere Bereiche ihre Berechtigung hätten. Wir vertreten aber die Ansicht, dass im Rahmen der geforderten strategischen Ausrichtung eine Beschränkung auf die bedeutendsten Zielbereiche notwendig ist.

Zielbereiche


 

Seit die Vereinten Nationen 2015 die Sustainable Development Goals verabschiedet haben, gelten die 17 Ziele und 169 Unterziele als Rahmen zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Bei der Ausarbeitung der Micarna-Nachhaltigkeitsstrategie wurden durch eine Analyse der ganzen Wert-schöpfungskette diejenigen Aspekte identifiziert, welche einen gewichtigen Einfluss auf die SDGs haben. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere Ziele einen Beitrag zur Erreichung der Agenda 2030 leisten. 

Auf folgende SDG haben wir im Rahmen unserer Wertschöpfungskette die wesentlichsten Einflüsse:

SDG Goals

 

Ziel 2: Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbst-bestimmung befähigen.
Ziel 6: Die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser gewährleisten.
Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige und sichere Arbeit für alle fördern.
Ziel 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen.
Ziel 13: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern.

Mit welchen Mitteln wir konkret Einfluss auf die SDG ausüben, ist in der Übersicht zu unseren Nachhaltigkeitszielen ersichtlich. Wir führen dabei auch auf, ob unser Einfluss für das Jahr der Berichterstattung positiv, negativ oder neutral war. Dabei stützen wir uns auf die Entwicklungen für jedes unserer Nachhaltigkeitsziele gegenüber dem Vorjahr. Haben wir uns gegenüber dem Vorjahr in einem Bereich verbessert, ist unser Beitrag zu den SDG für das Berichtsjahr positiv. Bei einer Verschlechterung wird ein negativer Effekt auf die SDG ausgewiesen. 

Auf Basis von bisher 10 Aktionsfelder entlang der Wertschöpfungskette hatten wir für 2020 ambitionierte, aber realistische und umsetzbare Ziele definiert. Insgesamt verfolgte die Micarna 39 Ziele.

Der Referenzwert für die Ziele ist immer der Wert des Jahres 2011, sofern nicht anders vermerkt. Wir haben mit dem Berichtsjahr diese Zielperiode abgeschlossen und neue Ziele bis zum Ende der nächsten Etappe bis 2025 definiert. Dieser 5-Jahres-Rhythmus zur Zielformulierung soll anschliessend weitergeführt werden, wie die untenstehende Abbildung verdeutlicht. 

Zielformulierung
Erreichung der Ziele der ersten Periode bis 2020
Unsere Ziele für die Zukunft - was haben wir noch vor?

Die nächste Zielperiode bis 2025 werden wir mit Nachhaltigkeitszielen in den neuen 7 Zielbereichen antreten. Diese werden uns Schritt für Schritt unserer Vision bis 2040 näherbringen. Über die Ziele bis 2025, die unten aufgeführt sind, werden ab dem Berichtsjahr 2021 die Leistungen auf unserer Homepage veröffentlicht.

Ziele 2025
Vision 2040

Nebst den Zielen, welche für die Micarna ambitionierte, aber realistische und machbare Etappenziele sind, wurden auch Visionen für 2040 definiert. Diese «Leitsterne» sollen als richtungsweisende, pionierhafte Langfristziele angesehen werden. Die Umsetzung ist dabei eventuell noch nicht vorstellbar respektive setzt eine technische Entwicklung voraus. Doch werden sie für die rollende Weiterentwicklung benötigt und werden für die Beurteilung von Investitionsanträgen benutzt, damit Entscheide, welche Wirkungen über das Jahr 2020 bzw. 2025 hinaus entfalten können, kohärent zur Nachhaltigkeitsstrategie sind. Unsere drei wichtigsten Visionen sind:

Unser Nachhaltigkeitsmanagement

Das Nachhaltigkeitsmanagement der Micarna ist Teil des gesamten Nachhaltigkeitsmanagementsystems der Migros Industrie, durch welches die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie aktiv und systematisch vorangetrieben wird.

Nachhaltigkeitsmanagement

Als Teil dieses übergeordneten Managementsystems realisiert das gut dokumentierte und gelebte Nachhaltigkeitsmanagement der Micarna Gruppe die dementsprechende Nachhaltigkeitsstrategie. Grundlage und Struktur des Nachhaltigkeitsmanagements bildet ein nach ISO 14001: 2015 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. 

ISO 140001

Unser zertifiziertes Umweltmanagementsystem, welches um soziale und wirtschaftliche Inhalte erweitert ist, stellt sicher, dass

  • die gesetzlichen Anforderungen und bindenden Verpflichtungen im Umweltbereich erfüllt werden.
  • Umweltrisiken minimiert werden.
  • die Umweltleistung kontinuierlich verbessert wird.

 

Der dadurch implementierte Management- und Monitoringprozess wird nicht nur bei den Umweltzielen, sondern bei sämtlichen Nachhaltigkeitszielen angewendet. Für das Erkennen und Bewerten von Umweltauswirkungen sowie das Abschätzen und die Verhinderung von Ereignissen mit umweltschädigenden Folgen erstellen wir für jeden Betriebsstandort je eine Analyse der Umweltrelevanzen und der Umweltrisiken Auf dieser Basis definieren wir Massnahmen zur Verringerung der Umweltauswirkungen sowie zum präventiven Vorkehrung gegen Umweltschadensereignisse. Diese Analysen überprüfen wir jährlich auf ihre Vollständigkeit und Aktualität und ergänzen unsere Erkenntnisse und Massnahmen, falls wir Lücken feststellen. 
 

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Migros Industrie mit definierten Zielbereichen, Zielen und Visionen bildet für alle Unternehmen den verbindlichen Rahmen. Die Unternehmen der Migros Industrie legen darin, in Abstimmung mit den übergeordneten Funktionen, selbstständig Massnahmen fest, die sich zur Erreichung der Ziele in ihrem Betrieb am besten eignen. Ebenso können sie weitere unternehmensspezifische Ziele aufnehmen.
 
Für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie ist das Nachhaltigkeitsleitungsteam der Migros Industrie verantwortlich, welches sich monatlich trifft. Alle Segmente sind darin mit dem Leiter / der Leiterin Nachhaltigkeit vertreten. Der Leiter des Nachhaltigkeitsleitungsteam rapportiert regelmässig den Fortschritt bei der Zielerreichung an die Industrieführung, das höchste Gremium der Migros Industrie. Dieses Monitoring besteht aus Kennzahlen und einer qualitativen Fortschrittsbeurteilung. Damit die angestrebten Ziele bis 2020 erreicht werden können, kommt dem regelmässigen Monitoring eine bedeutende Rolle zu. Allfällige Schwachstellen können so frühzeitig erkannt und Korrekturmassnahmen eingeleitet werden.

Organisation NH

 

Ein Nachhaltigkeitsmanagement kann seine Wirkung nur erzielen, wenn von den Mitarbeitenden auch tatsächlich gelebt wird. Der Verankerung der Umsetzungsverantwortung im Unternehmen kommt daher eine grosse Bedeutung zu.
 
Innerhalb der Micarna Gruppe ist der Nachhaltigkeits-Beauftragte in der Unternehmensleitung dafür zuständig, dass die Nachhaltigkeit in der allgemeinen Unternehmenspolitik verankert ist und die gesetzten Ziele erreicht werden. Die inhaltliche und formale Umsetzung von Zielen und Managementsystem werden durch die Leiterin des Nachhaltigkeits-Teams in Zusammenarbeit mit der Kerngruppe Nachhaltigkeit, in welcher je ein Vertreter pro Business Unit und pro Zielbereich vertreten ist, verantwortet.
 
An jedem Standort sorgt zudem ein Nachhaltigkeits-Team unter Leitung des Koordinators NH-Managementsystem, in welchem Fachverantwortliche aus diversen Abteilungen vertreten sind, für die Umsetzung der definierten Massnahmen. 

Zeitstrahl

 

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist gültig für alle Unternehmen der Micarna Gruppe in der Schweiz und im Ausland. Sie gilt als Dach für alle Unternehmen. Ziel ist es, das Nachhaltigkeitsmanagementsystem auf alle Standorte mit entsprechender Umweltrelevanz auszuweiten. Neu hinzukommende Unternehmen und Standorte übernehmen die Nachhaltigkeitsstrategie und werden innerhalb von fünf Jahren in das Nachhaltigkeitsmanagementsystem nach ISO 14001 integriert. 

Folgende Unternehmen sind per 31.12.2020 ins Nachhaltigkeitsmanagement integriert und nach ISO 14001 zertifiziert:

  • Micarna SA (zentrale Funktionen und die Mehrzahl der Standorte)
  • Rudolf Schär AG (Thal)
  • Favorit Geflügel AG (Lyss)
  • Lüchinger + Schmid AG (Kloten + Flawil)
  • Mérat & Cie AG (Standort Bern; Zertifizierung der anderen Standorte in Vorbereitung)


Folgende Unternehmen sind noch nicht Teil des Geltungsbereichs. Ihre Integration ist in den kommenden Jahren geplant: 

  • Tipesca SA

Berichtserstattung nach dem GRI-Standard

Der Inhalt dieses Online-Berichts richtet sich in erster Linie an Fachleute und Nachhaltigkeitsexperten, wodurch bewusst auf eine sachliche, aktuelle und transparente Darstellung geachtet wird.

Berichtserstattung

Dabei setzen wir die Priorität auf diejenigen Aspekte unserer Unternehmenstätigkeit, welche wesentliche ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben. Es ist uns aber dennoch ein Anliegen, ein möglichst vollständiges und umfassendes Bild unserer Nachhaltigkeitsleistungen wiederzugeben. Zudem achten wir auf eine ausgewogene Berichterstattung, welche nicht nur unsere Errungenschaften, sondern auch unseren Handlungsbedarf aufzeigt.

Neben dem aktuellem Nachhaltigkeitsbericht 2020 auf der Micarna-Homepage, können Sie unsere archivierten Nachhaltigkeitsberichte der letzten Jahre unter folgenden Links nachlesen:

Bericht 2019           Bericht 2018          Bericht 2017

 Folgende Darstellung stellt unsere Wesentlichkeitsanalyse grafisch dar (Wesentlichkeitsanalyse als Grafik):

Wesentlichketisanalyse

1 Aspekte: Aspekte, welche sowohl eine grosse Auswirkung als auch eine hohe Bedeutung für Stakeholder haben, wurden von der Micarna als wesentlich eingestuft und werden rapportiert. 


2 Aspekte: Aspekte, welche entweder eine grosse Auswirkung oder eine hohe Bedeutung für Stakeholder haben und von der Micarna nicht rapportiert werden.


Aspekte, die weder eine grosse Auswirkung noch eine hohe Stakeholderbedeutung haben, sind nicht in der Grafik aufgelistet.
 

Ermittlung wesentlicher Aspekte
Ausgangspunkt war die Ermittlung der wesentlichen Aspekte für die Migros Industrie, welche gemäss folgendem Vorgehen erfolgte: 
Alle im GRI aufgeführten Aspekte (inkl. solcher des Sektorstandards Food processing) wurden im Auftrag der Lenkungsgruppe NH aufgrund von definierten Kriterien auf ihre Auswirkungen sowie ihre Bedeutung für Stakeholder bewertet. Für die Stakeholderbedeutung wurden Erfahrungen und Informationen aus externen Ratings, Medien- und NRO-Publikationen sowie aus direkten Stakeholderkontakten im Rahmen von Anfragen, Projekten etc. miteinbezogen. Aspekte, welche sowohl eine grosse Auswirkung als auch eine hohe Bedeutung für die Stakeholder haben, wurden als wesentlich erklärt. Aspekte, welche hingegen lediglich entweder eine grosse Auswirkung oder eine hohe Bedeutung für Stakeholder haben, wurden als nicht-wesentlich für die Migros Industrie eingestuft. Ein Abgleich mit den Zielbereichen der Nachhaltigkeitsstrategie zeigte, dass sich alle wesentlichen Aspekte einem Zielbereich zuordnen lassen.

In einem zweiten Schritt wurde die Wesentlichkeitsanalyse der Migros Industrie aus Sicht der Micarna-Gruppe überprüft; d. h. es wurde überprüft, ob als wesentlich bewertete Aspekte aus Sicht der Micarna nicht-wesentlich sind (z.B. Korruption, da nur ein kleiner Teil der Rohstoffe aus Risikoländern kommen) oder aber für die Micarna so bedeutsam sind, dass sie als wesentlich einzustufen sind (z. B. Tierwohl).

Grundsätzlich deckt dieser Bericht und insbesondere die allgemeinen Angaben die Nachhaltigkeitsaspekte der gesamten Micarna Gruppe ab. Da zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Tochterunternehmen ins Nachhaltigkeitsmanagement integriert sind, können nicht alle Kennzahlen für die ganze Gruppe rapportiert werden. Im GRI-Index (Verlinkung) wird stets auf den Geltungsbereich der jeweiligen Kennzahl oder des jeweiligen Indikators hingewiesen. So wird sichergestellt, dass für jede Angabe transparent ersichtlich ist, worauf sie sich konkret bezieht. Wir unterscheiden dabei insbesondere drei verschiedene Geltungsbereiche:

  • Gültig für Micarna Gruppe
  • Gültig für Unternehmen, die in das Nachhaltigkeitsmanagement integriert sind
  • Gültig für Micarna SA

Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards (Kern-Option) verfasst.

Die im Bericht dargestellten Daten und Kennzahlen beziehen sich auf das Jahr 2020, wobei zur Veranschaulichung der Daten teilweise auch Daten aus dem Vorjahr berücksichtigt wurden. Inhalte zu Strategie, Politik und Vorgehensweise beziehen sich auf das Jahr 2020 und 2021, haben aber auch darüber hinaus Gültigkeit.

Für diesen Bericht wird auf eine externe Überprüfung verzichtet.

Content Index als pdf online auf der Homepage nachzulesen.

Gesamtverantwortung

Micarna SA

Raphaela Brand, Leiterin Nachhaltigkeit

Kontakt

nachhaltigkeit@micarna.ch

Adresse Hauptsitz

Route de l'Industrie 25

P.O. Box 136

CH-1784 Courtepin

 +41 (0)58 571 81 11

 info@micarna.ch

Nachhaltigkeitsbericht

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